Die Flotte ist vollständig – Rückblick auf einen erfolgreichen Aufwuchs

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Es ist geschafft! Was am 19. Dezember 2014 mit der Überführung des ersten deutschen A400M begann, endete am 17. April 2026. Zum 53. Mal landete ein brandneuer A400M in seiner neuen Heimat auf dem Fliegerhorst Wunstorf. Viel ist dazwischen passiert. Zeit für einen Rückblick auf den erfolgreichen Flottenaufwuchs.

Kommandant beim Überführungsflug der 54+63 war Generalleutnant Günter Katz, der Kommandieren General des Luftwaffentruppenkommandos. Nach der Landung übergab er den Schlüssel der Transportmaschine an der Kommodore des LTG 62, Oberst Markus Knoll.

Wenn man den Blick über die Liegeplätze im Flugbetriebsbereich schweifen lässt und die vielen A400M betrachtet, scheint es auf den ersten Blick fast so, als seien alle identisch. Auf den zweiten Blick jedoch erkennt man neben den aufsteigenden Luftfahrzeug-Kennungen noch weitere Unterschiede. Mache verfügen über Betankungs-Pods an den Tragflächen und andere nicht. Manche haben Selbstschutzsysteme und andere nicht. Es könnten noch zahlreiche weitere Unterschiede aufgezählt werden.

Die taktischen A400M sind an den Öffnungen für das Selbstschutzsystem zu erkennen. Logitische Maschinen ahben diese nicht. Auch im Laderaum gibt es Unterschiede. Manche A400M besitzen z.B. bereits einen Kran im Heck – oder wir hier zu sehen die HDU-Tanker – sie verfügen über eine komplett andere Zusatzaustattung. (Quelle: Bundeswehr/Melanie Dittmann und Jasmin Schlegel)

Mit der fortlaufenden Fähigkeitsweiterentwicklung des A400Ms haben sich die ausgelieferten Maschinen über die Jahre stetig weiterentwickelt. Der 53. A400M unterscheidet sich daher technisch gravierend vom Ersten, wobei sich die 54+01 vom 19. Dezember 2014 wiederum deutlich vom selben Flugzeug in 2026 unterscheidet. Laufend werden die Transportflugzeuge aus früheren Entwicklungsständen durch sogenannte Retrofit-Maßnahmen des Herstellers an das heutige Niveau angepasst, dass das Luftfahrzeug zur real gewordenen umgangssprachlichen „eierlegenden Wollmilchsau“ macht und dem LTG 62 die weltweite Auftragserfüllung – selbst Missionen unter Bedrohungslage – ermöglicht.

Spätestens seit der Evakuierungsmission Afghanistan im August 2021 konnten auch die stärksten Kritiker des A400Ms erkennen, wozu das Luftfahrzeug und die Besatzungen fähig sind. (Quelle: Bundeswehr/Marc Tessensohn)

Mit der Landung des ersten Airbus A400M auf dem Fliegerhorst Wunstorf im Dezember 2014 begann für die Luftwaffe eine neue Ära des Lufttransportes. Seitdem ist die A400M Flotte des LTG 62 im weltweiten Einsatz. Zunächst war jedoch viel Fleiß und Grundlagenarbeit erforderlich, um den Flugbetrieb mit einem komplett neuen Transportflugzeug in veränderten technischen und luftfahrtrechtlichen Regelungsrahmen aufzubauen.

Als die 54+01 im April 2016 auf den Namen „Wunstorf“ getauft wurde, war sie noch auf einem ganz anderen technischen Stand, als zum 10-jährigen Jubiläum am 19. Dezember 2024. (Quelle: Bundesweh/Toni Dahmen und Dennis Wolf)

Nachdem die ersten ausgelieferten Maschinen für den rein logistischen Transport vorgesehen waren, stellte die Ankunft der 54+07 Ende 2016 den ersten neuen Schritt dar. Dies war die erste 37 taktischen Luftfahrzeugen mit denen das Fähigkeitsspektrum des A400M in den folgenden Jahren kontinuierlich erweitert wurde, wie z.B. das Absetzen und Lasten sowie die medizinische Evakuierung verletzter Personen aus den Einsatzgebieten zur weiterführenden medizinischen Versorgung in Deutschland. Mit der 54+09 folgte Mitte 2017 der erste A400M, der die über die technischen Voraussetzungen für die Luft-zu-Luft-Betankung verfügte. Es folgten in 2018 die ersten Armoring-Kits (zusätzlichen Panzerungen), mit denen ein zusätzlicher Schutz gegen Beschuss gewährleistet wurde, sowie eine Vielzahl Weiterentwicklungen.

In 2018 konnten aufgrund der erweiterten technischen Möglichkeitendie ersten Betankungserprobungen, sowie Einsatzflüge unter Bedrohungslage nach Afghanistan oder Mali vorgenommen werden. Schon ein  Jahr später wurde dies zur Routine. (Quelle: Bundeswehr/WTD 61 und Jane Schmidt)

40 oder 53 A400M

Gerade zu Beginn des Auslieferungsprozesses war es jedoch noch gar nicht abschließend geklärt, wie viele A400M die Bundeswehr final nutzen würde. Bis 2017 war es z.B. noch der Plan, 13 bestellte Transportflugzeuge vom Typ A400M gar nicht erst in Betrieb zu nehmen, sondern an interessierte Käufer weiterzugeben. Der beabsichtigte Verkauf dieses Teils der bestellten Anzahl konnte jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert werden. Damit war klar, dass die Luftwaffe dauerhaft 53 statt wie bis dahin geplant 40 Maschinen in den Bestand nehmen würde. Hierdurch ergab sich in der Folge ein wichtiger weiterer Klärungsbedarf.

Die Standortfrage

Die Herausforderung bestand darin festzulegen, wo die nun größere Flotte stationiert werden soll. Die bisherigen Planungen für den Fliegerhorst Wunstorf waren auf eine Anzahl A400M ausgelegt.  Kurz vor der Auslieferung des 25. A400M verkündete die damalige Verteidigungsministerin Ursula Leyen bei einem Besuch am 2. Januar 2019 auf dem Fliegerhorst, man habe entschieden, die zusätzlich bestellten 13 A400M multinational einzusetzen. Hierzu sollte eine weiterer Flugplatz, nämlich der NATO-Flugplatz Lechfeld bei Augsburg, genutzt werden. Diese Planungen und Überlegungen wurden jedoch zwei Jahre später aufgrund Gründen und Abwägungen eingestellt. Später wurde dann entschieden, dass die gesamte A400M-Flotte auf dem Fliegerhorst Wunstorf beheimatet sein soll und es seit dem 17. April 2026 auch ist.

Der Flottenaufwuchs erfolgte in puncto Anzahl über die Jahre wellenförmig. (Quelle: Bundesehr/Martin Buschhorn)

Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Es zeigt sich also bereits an diesen wenigen Beispielen, wie bewegt – aber vor Allem erfolgreich – der Flottenaufwuchs der A400M des LTG 62 gewesen ist. Die Entwicklung ist jedoch nicht abgeschlossen. Schon jetzt ist der Hersteller Airbus an der Entwicklung weiterer Fähigkeiten für sein modernes militärisches Transportflugzeug. Auch die Retrofit-Maßnahmen werden weitergehen um alle Luftfahrzeuge auf dem neuesten technischen Stand zu halten. Doch auch der Fliegerhorst und dessen Infrastruktur wird sich weiter wandeln, um den Betrieb der weltweit größten A400M-Flotte weiter zu optimieren. 53 A400M in elf Jahren – Ein Erfolgsprojekt!

Text: ROI Martin Buschhorn

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