Rückblick: Großübung auf dem Fliegerhorst – Force Evaluation während Angry Eagle 2026

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Das Training von Abläufen bei gewissen Situationen ist alltäglich auf dem Fliegerhorst Wunstorf. Neben den öffentlich wahrnehmbaren Trainings- und Ausbildungsflügen mit dem Transportflugzeug A400M finden regelmäßig eine Vielzahl anderer Übungen innerhalb der Liegenschaft statt. Mitte April war es jedoch etwas anders als sonst. Bei einer Force Evaluation (FORCEVAL) im Rahmen der bundesweiten Luftwaffenübung „Angry Eagle 2026“ musste unter Beweis gestellt werden, dass der Dienstbetrieb auch bei Bedrohungslagen weitergehen kann.

Drohnen sind nur eine Möglichkeit einer hybriden Bedrohung und mittlerweile allgegenwärtig.

Angry Eagle 2026

Wie einsatzbereit ist die Luftwaffe? Unter dieser Fragestellung übte die Luftwaffe zeitgleich unter realen Bedingungen den schnellen Einsatz in verschiedenen Konfliktsituationen bei „Angry Eagle 2026“. Sie ist die erste einer Reihe von Luftwaffenübungen, bei der in einem definierten Zeitraum überprüft wird, ob und wie weit sich bestehende Konzepte und Verfahren in der Praxis bewähren. Damit wird auch die Kaltstartfähigkeit der Luftwaffe einem Realitätscheck unterzogen.

Das Besondere: Für diese Übungen wird kein künstlicher Trainingsrahmen aufgebaut. Auch werden keine zusätzlichen Ressourcen bereitgestellt. Bei Angry Eagle werden die Fähigkeiten der Luftwaffe, die ihr tatsächlich zur Verfügung stehen, getestet und gleichzeitig die Einsatzgrundsätze hinsichtlich ihrer Zweckmäßigkeit überprüft. Hintergrundinformationen zu Angry Eagle könne unter diesem Link auf bundeswehr.de gefunden werden:

Angry Eagle: Kaltstartfähigkeit der Luftwaffe auf dem Prüfstand

Bei medizinischen Notfällen im Flugbetrieb arbeiten die medizinischen Spezialisten, Feuerwehr und des LTG 62 Hand in Hand zusammen. Auch dies muss regelmäßig für den Ernstfall trainiert werden.

Dass das LTG 62 und alle anderen Dienststellen des Fliegerhorstes den Flugbetrieb auch bei schwierigen Bedingungen in den Einsatzgebieten sicherstellen können, wurde bereits mehrfach bei diversen Evakuierungsmissionen unter Beweis gestellt. Doch wie sieht es aus, wenn die Bedrohung auf einmal direkt vor der Tür in Wunstorf ist? Drohnen über dem Flugplatz, Demonstrationen, Unbefugte dringen in den Sicherheitsbereich ein, Sabotage: Die NATO prüft daher die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe auch unter absichtlich erschwerten Bedingungen, um deren Fähigkeiten für die Landes- und Bündnisverteidigung zu testen.

Demonstrationen und Flugblätter an Haupt- und Nebenwache waren nur ein Szenario, den sich die Soldatinnen und Soldaten stellen mussten.

Hierfür hat die NATO standardisierte Vorschriften für die Überprüfung und Evaluation eben dieser Einsatzbereitschaft von Streitkräften. So soll sichergestellt werden, dass sich alle Streitkräfte der NATO-Mitgliedstaaten auf einem möglichst einheitlichen und hohen Leistungsniveau befinden. Zwar sind die Vorgaben für diese Übungsvorhaben von der NATO vorgegeben, aber evaluieren und bewerten können die jeweiligen nationalen Streitkräfte selbst. Die Truppen und militärischen Hauptquartiere sollen auf Herz und Nieren überprüft werden. Dabei werden bestehende Verfahren und Abläufe auf ihre Zweckmäßigkeit untersucht, also die vorhandenen Fähigkeiten und Prozeduren auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Mitte April war es das LTG 62 mit seiner Lufttransportfähigkeit und seiner Heimatbasis dem Fliegerhorst Wunstorf. Da diese bekannterweise auch die Heimat von anderen Dienststellen ist, waren auch diese unmittelbar oder mittelbar daran beteiligt.

Über sechzig einzelne Bedrohungslagen mussten bewältig werden. Hierzu zählt auch der Schutz gegen ABC-Kampfstoffe.

Das Besondere an einer FORCEVAL ist die möglichst realitätsnahe Darstellung der Landes- und Bündnisverteidigung. Konkret bedeutet dies, dass der geprüfte Verband nur den Zeitpunkt kenn, aber nicht das „Drehbuch“ dem das Szenario folgt. Es muss sich also immer situativ und lageabhängig darauf eingestellt werden. Bei diesen Übungen sind absichtliche Störungen des Flugbetriebs durch Eindringlinge oder Drohnen nur ein kleiner Teil.

Vorabinformation der Bevölkerung ist wichtig

Das LTG 62 und alle anderen Dienststellen des Fliegerhorstes sind stets bestrebt, die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger auf das für die Erfüllung der Aufträge erforderliche Maß zu beschränken und rechtzeitig über erhöhte Flugbewegungen oder auch Übungsvorhaben vorab zu informieren, sofern die militärische Sicherheit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Dies erfolgte daher auch für „Angry Eagle“, da während des gesamten Zeitraumes durchgängig verschiedene Übungsszenarien gebündelt simuliert und die Reaktionen darauf trainiert wurden. Hierdurch resultierten verstärkte sichtbare Absicherungsmaßnahmen und eine höhere militärische Präsenz, die auch von der umliegenden Bevölkerung wahrgenommen werden konnten. Daher wurde bereits deutlich vor der Übung mit Presseiinformationen über das Vorhaben berichtet. Wichtig dabei war, dass dieses Übungsvorhaben bereits seit letztem Jahr geplant war und ausdrücklich nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Konflikten im Nahen Osten im Zusammenhang stand.

Deutlich erhöhte sichtbare militärische Präsenz auf dem Fliegerhorst. Um Ängste oder Sorgen in der Bevölkerung im Vorfeld zu minimieren wurde über das große Übungsvorhaben vorab informiert.

Eins steht jedoch jetzt schon fest. Solche Übungen werden sich regelmäßig wiederholen, da sie für die Sicherheit des Fliegerhorstes und die Ausbildung und das Training der Soldatinnen und Soldaten des Fliegerhorstes unerlässlich sind.

Text: ROI Martin Buschhorn
Bilder: Luftwaffe

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